David Bock und ich machten uns am Freitag frühmorgens auf nach Berlin! Wir fuhren mit dem Zug über Lindau – Ulm in die Hauptstadt. Bis Ulm mussten wir einige male umsteigen. Ab Ulm hatten wir dann aber einen direkten ICE bis Berlin. Zwischendurch genossen wir noch die mitgenommenen Bierchen und assen mal noch einen kleinen Happen im Speisewagen. Zwischen Mannheim und Frankfurt musste der Zug wegen einem „Personenschaden“ über Darmstadt umgeleitet werden, was uns bis Berlin eine Verspätung von rund 40 Minuten bescherte. Da wir ja aber keinen Anschlusszug erreichen mussten, kümmerte uns dies nicht so. In Berlin Zoologischer Garten angekommen, machten wir

uns sofort daran, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Gleich neben dem Bahnhof war eine Jugendherberge – und genau dort wurden wir dann auch fündig. Wir machten uns noch etwas frisch, und schon gings los auf die Strassen Berlins. Zuerst liefen wir etwas dem Ku’damm entlang. Danach beschlossen wir, zum Potsdamer Platz zu fahren. Dort tranken wir im Sony-Center ein, zwei Pils. Schon beeindruckend dieser Potsdamer Platz. Als ich das letzte mal dort war, sah man nur eine riesen Baustelle und jetzt ein Top-Modernes Quartier. Als wir genug von modernen Bauten hatten, gingen wir zu Fuss zum Brandenburger Tor. Dieses sieht in der Nacht schon sehr eindrücklich aus. Auch auf den Reichstag warfen wir noch einen ersten Blick. Ehe wir „Unter den Linden“ bis zum Alex gingen. Am Samstag Morgen stürzten wir uns voller Vorfreude sofort ins Bayern-Trikot. Für eine Fahrt zum Stadion war’s aber noch zu früh. Also fuhren wir nochmals zum Reichstag. Wir wollten dort noch die Aussicht aus der Kuppel besichtigen. Man hätte aber so lange anstehen müssen, dass wir es sein liessen. Schliesslich sind wir in drei Wochen ja wieder in Berlin. Dafür gingen wir dann auf die Siegessäule und genossen dort etwas die Aussicht, während wir andauernd von irrgendwelchen Rentnern angequatscht wurden: „Na, wie geht das Spiel denn heute aus?“. Am liebsten hätte ich gesagt: „fragen sie mich um 17:15 wieder“, aber man soll ja nicht unhöflich sein. Danach gings dann endlich in Richtung Stadion. Die U-Bahn füllte sich nach und nach mit Hertha und Bayern Fans. Vor dem Stadion genossen wir noch etwas die tolle Stimmung dort. Einige Berliner sind mit dem Wohnwagen angereist und haben dort noch ein OpenAir-Konzert veranstaltet. Besonders gerne spielten sie das Lied „Ich würde nie zum FC Bayern München gehen…“ Aber das kümmerte uns wenig. Wer sagt denn, dass wir diese Typen überhaupt bei den Bayern wollen? Etwa eine Stunde vor Spielbeginn begaben wir uns in die Baustelle Olympiastadion. Das Spiel begann gleich mit einem Schock. Marcelinho schoss nach 5 Minuten bereits das 1:0 für die Berliner (nachträglich wurde das Tor als Eigentor von Ballack gewertet. Ob dem so ist, konnte ich aus meiner sicht nicht erkennen). Wir dachten schon, na super, das wars dann wohl. Und es kam schon der Verdacht auf, die Gebrüder Hoeneß hätten da vielleicht ein Deal abgeschlossen. Aber Elber belehrte uns eines besseren: In Minute 19 schoss er mit dem 1:1 sein drittes Auswärtstor. Doch dann gings Schlag auf Schlag weiter: Pizarro 1:2 (21.), Pizarro 1:3 (22.), Elber 1:4 (32.) und nochmals Elber 1:5 (45.). Was noch zu erwähnen ist: Sebastian Deisler, der von den Hertha-Fans ausgepfiffen wurde hätte einie gute Torchance gehabt, er traf aber leider nur die Latte. In der Pause konnte man sich bei diesem Spielstand ruhig etwas zurücklehnen. Die Stimmung im Stadion war durch die Baustelle etwas komisch. Man konnte weder die Gesänge der Hertha-Fans noch die eigenen richtig hören. Nach der Pause spielten die Bayern leider nicht mehr so toll, wie zuvor. Nach knapp einer Stunde Spielzeit pfiff der Schiri einen Elfer für die Berliner und Marcelinho verkürzte auf 2:5. Gegen Spielschluss konnte Ballack dann sein Eigentor wieder gut machen und durfte auch noch ein „richtiges“ Tor schiessen. Leider traf aber auch Marcelinho kurz vor Schluss nochmals und so kam der Endstand von 3:6 zu Stande. 9 Tore in einem Pflichtspiel – das hatten wir bisher noch nie miterlebt. Nach dem Spiel machten wir uns auf ins Ku’dorf. Ein riesen Partylokal beim Ku’damm. Auf die weiteren geschehnisse dort will ich hier jetzt nicht eingehen… Aber man kann sich’s ja sicher vorstellen. Am Sonntag fuhren wir dann noch nach Potsdam und besichtigten dort noch das Schloss Sanssouci. Und spät abends setzen wir uns dann wieder in den Nachtzug nach Zürich. Ich war aber froh, singen zu können: „In drei Wochen sind wir wieder da!“. Denn Berlin ist wirklich eine absolut geniale Stadt und immer eine Reise wert!

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