Nach dem Triumph von Mailand am 23. Mai, bei dem wir ja auch live dabei sein durften, hatten wir noch nicht so ganz genug. Wir wollten auch noch dem „Bratwurst- und Bierdosen-Cup" beiwohnen. Der UEFA SuperCup in Monaco reizte nicht nur vom sportlichen, sondern auch vom Umfeld her. Denn wer will nicht auch mal ein gepflegtes Bierchen am Yachtenhafen in der Metropole der Reichen und Schönen trinken? Und das am Besten noch mit Bayern-Trikot an? Franky und ich organisierten deshalb eine Zugfahrt nach Monaco. Am Donnerstag früh ging’s los. Wir fuhren nach Arth-Goldau, wo wir das einzige mal umsteigen mussten - ansonsten galt es 10 Stunden am selben Platz zu

hocken. Aber wir waren natürlich gut mit Biervorrat ausgestattet. Nebst Andy und Michi Bartl, Flo, Mäsä, Köbi, Franky und mir gesellte sich in Rapperswil auch noch Manu „Zürcher" Däss zu uns (zu unser aller Freude mit kühlem Erdinger Champ in der Tasche). Wie immer gibt es gewisse Leute, die nicht wissen, was diese gelben Zettelchen über den Zugsitzen bedeuten - so mussten halt einige für uns den Platz räumen... Aber wir machten es uns dann doch im Zug gemütlich, tranken ein paar Bierchen, lasen die Bild und wurden von den anderen Fahrgästen wie Ausserirdische angeschaut. So fuhren wir durchs Tessin und Norditalien bis nach Mailand. Dort legte der Zug eine vierzig-minütige Pause ein. Wir nutzten natürlich diese Gelegenheit um alte Erinnerungen an den legendären 23. Mai wieder etwas aufleben zu lassen. Also gingen wir in die Mailänder Bahnhofkneipe und waren froh, wiedermal kühles Bier zu bekommen. Auf der Weiterfahrt nach Monaco konnten wir - und Francesca - die Carabinieri (oder wie man das schreibt) gerade noch davon abhalten Manu Däss aus dem Zug zu schmeissen... Wer ihn kennt weiss warum. In Monaco gingen wir als erstes in unser Hotel Cosmopolite. Welches auch ohne Sterne auskam. Danach trennten wir uns. Die einen wollten sich für die Edel-Stadt noch etwas herausputzen und Manu und ich zogen es vor, doch lieber so wie wir sind die nächste Strandkneipe aufzusuchen. Wir assen dort eine Pizza, schauten den Yachten (und dem was sich auf den denselben befand) zu und tranken nebenbei noch ein, zwei Cola *grins*. Da kamen plötzlich Frank und Co. in Schale geworfen daher, wir schreien ihnen zu aber die wollten uns nicht mehr kennen. Naja, man sagt ja immer „Kleider machen Leute". Wir machten uns nun aber Gedanken, wie wir in unserer Kleidung in eine der Nobelbars kamen. So schlossen wir mit einem Dunkelhäutigen Türsteher a.D. Freundschaft - und schon kamen wir überall rein (es geht also auch ohne Kleider - man braucht nur Vitamin B). Über den weiteren Verlauf des Abends und darauffolgenden Morgen wollen wir an dieser Stelle nun nicht mehr genauer eingehen. Am nächsten Tag - dem Spieltag des SuperCup's sah man schon bedeutend mehr Bayernfans. Engländer hingegen waren nur sehr wenige auf den Strassen. Wir machten es uns in einem schönen Biergarten gemütlich. Wir sprachen mit dem Wirt und dieser erklärte uns, dass es ab drei Uhr Nachmittags in der ganzen Stadt kein Alkohol gibt (auch nicht im Supermarkt). Wir unterhielten uns noch etwas mit ihm (in der Hoffnung er würde für uns eine Ausnahme machen). Was dann auch tatsächlich der Fall war. Wir durften normales Bier in unser Glas füllen und mit einer leeren Flasche alkoholfreies Bier tarnen. Nachdem sich auch einige Glatzen eingefunden haben flogen auch gleich die Stühle, aber wir tranken weiter unser Bier... Danach begaben wir uns in Richtung Stadion, welches von aussen eher einem Wohnblock gleicht! Vor dem Stadion traffen wir einige Kollegen von den rot-weissen Haien aus Trogen (NEIN, keine Appenzeller)! Noch immer war von den Liverpool-Fans nicht viel zu sehen. Es dominierten noch immer die Bayern. Als wir dann reingelassen wurden, ging man durch ein Treppenhaus hoch. Man kam sich eher vor wie in einer Messehalle, aber als wir oben angekommen sind, war das Ding erstmals als Stadion erkennbar! Schon vor Spielbeginn war die Stimmung unter uns Bayernfans sehr gut. Von den Engländern war weder was zu sehen, noch zu hören. Ausser dem Transparent des Liverpool-Fanclub Schweiz. Dies blieb auch das ganze Spiel durch so, wir schreien uns die Kehle aus dem Leib und auf der anderen Seite war’s still. Leider griff diese Stimmung nicht auch auf die Mannschaften über. Die Bayern gerieten 0:3 in Rückstand. In der zweiten Halbzeit starteten unsere Jungs jedoch eine Aufholjagd. Kurz vor Schluss stand es 2:3. Ich gab nochmals alles, was die Kehle hergab, auch die Spieler waren wie wild am drücken. Jederzeit hätte das 3:3 fallen können, was ein Elfmeterschiessen bedeutet hätte (im SuperCup gibt’s keine Verlängerung). Leider kam es aber nicht so weit! Aber selbst während Owen und co. die "Bratwurst- und Bierdosentrophäe" gegen den monegassischen Himmel stammten, hörten wir kaum was von den Liverpoolern. Da hatte nicht mal mehr der von uns so gerne gesungene Spruch „You only sing when you’re winning“ seine Richtigkeit. Denn nicht mal das taten sie ja! Ansonsten gibt es leider nicht viel mehr über das Spiel zu berichten, da es doch auch schon eine Zeit her ist.... Der Abend nach dem Spiel verbrachten wir diesmal gemeinsam – aber am selben Ort wie Manu und ich schon am Vorabend. Die ganzen Italiener trauerten mit uns über die Niederlage, aber die Liveband mit einem verkoksten Sänger konnte uns dann doch wieder etwas aufheitern. Als wir gehen wollten stand ein geschlecktes, arrogantes Luzerner-Arschloch mit UEFA-Logo auf seinem Kittel vor der Bar. Dem musste ich gerade mal noch meine Meinung sagen und überlegte noch, ob ich ihm wohl noch eine verpassen soll. Aber ich hab mich dann dagegen entschieden – was ich heute zu tiefst bereue! Flo (der schon früher ins Hotel ging) hat sich leider anders entschieden, als ich das Hotelzimmer betrat – er kam auch mich los wie ein verrückt gewordener Affe. Ich wusste nicht mehr was geschah, jedenfalls spürte ich seine Faust noch Wochenlange in meinen Rippen. Am Samstag morgen fuhren wir dann wieder auf dem selben Weg zurück in die Schweiz. Die einen vertreiben sich die Zeit mit „Arschlöcheln“ die andern mit nichts tun. Der Zug hatte wie immer in Italien Verspätung. Aber wir kamen doch noch rechtzeitig zu Patrick Rohners Geburtstagsfest in Diepoldsau... Alles in allem muss man sagen, dass sich die Reise nach Monaco gelohnt hat. Allerdings weniger wegen dem Spiel... Ich freu mich jedenfalls schon auf das nächste Jahr in Monaco. Herzlichst Ihr

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