Hertha BSC – FC Bayern Eigentlich sollte das nach Berlin zwar ein Fanclub-Ausflug werden, aber da nur Bock und ich Interesse zeigten, gestalteten wir den Ausflug halt nach unseren Vorstellungen. Sprich: Auf ein Hotel ist mal grundsätzlich zu verzichten – schlafen kann man ja überall.

Also gings am Freitag Abend los. Ich war erst noch kurz im obligatorischen Feierabendbier und ging dann direkt auf den InterCity nach Zürich. Wo

Bock schon drinsass. In Zürich wechselten wir dann in den CityNightLine, den Nachtzug nach Berlin. Wir suchten erst mal unsere Sitzplätze, deponierten dort unsere Rucksäcke und machten uns sofort auf zum Barwagen. In unserem Wagen waren noch drei Jungs in unserem Alter, also dachte ich, die könnten doch sicher noch interesse am Spiel haben – und siehe da, ich konnte ihnen noch je eine Karte verkaufen – wir hatten ja genug davon. Im Barwagen versuchte ich dann noch weitere zu verkaufen. Aber alle fuhren an die CeBit nach Hannover und die anderen waren auf einer Studienreise nach Berlin (also waren alle Knäckebrotbesoffen) und da sie Berner waren interessierte sich dort keiner für Fussball. Tja, wir tranken dann noch das eine oder andere Bier und quatschten noch etwas mit anderen Fahrgästen – bis ab 2 Uhr keinen Alkohol mehr ausgeschenkt wurde. Danach legten wir uns noch etwas im „Ruhesessel“ auf’s Ohr.

Am Morgen, pünktlich um 8 Uhr fuhren wir dann in Berlin Zoologischer Garten ein. Wir gingen direkt in unsere „Stammjugendherberge“ am Zoo und bedienten uns dort für 5 Euro am Frühstücksbuffet. Danach musste ich noch einen Waschsalon aufsuchen, da meinen Pullover etwas unter dem Barwagen-Besuch gelitten hat. Also schob ich dort den Pulli in die Waschmaschine. Während dem Waschvorgang besuchten wir noch eine Kirche, beteten noch für 3 Punkte und anschliessend turnte ich noch etwas auf dem Kinderspielplatz herum. Als der Pullover dann frisch gewaschen und getrocknet war machten wir uns sofort auf zu den obligatorischen Sehenswürdigkeiten in Berlin. Obschon ich nun schon zum 7. mal in der Hauptstadt war, muss man das einfach immer wieder sehen. Zuerst gings mit der U-Bahn zum Potsdamer Platz, dort in Sony-Center. Von da zu Fuss vorbei an der sich im Bau befindlichen Gedächtnisstätte für die ermordeten Juden Europas zum Reichstagsgebäude. Das anstehen für den Besucherrundgang ersparten wir uns dann aber und betrachteten den Reichstag halt nur von aussen. Danach war das Brandenburger Tor an der Reihe und zuletzt gings unter den Linden durch – zum Alex. Unterwegs kommt man ja an diversen Botschaften vorbei. Die Französische, die Russische, die Britische und die Amerikanische. Komischerweise waren die ersten zwei überhaupt nicht Bewacht, vor den letzten zweien war aber die gesamte Strasse abgesperrt und eine von unzähligen Polizisten bewacht – naja, man weiss ja warum.

Vom Alex fuhren wir dann direkt zum Olympiastadion, tranken dort noch ein Bierchen und assen noch eine Kleinigkeit. Dann gings auch schon ins Stadion. Der Umbau ist mittlerweile schon weit vorangeschritten. Das Stadiondach ist schon beinahe fertig, nur über dem Gästesektor ist noch eine lücke, weshalb wir dann auch noch einige Regentropfen abbekamen. Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Die Stimmung bei den Bayernfans war ehrlichgesagt miserabel. Schade, dass man trotz allen Bemühungen in Berlin nie eine gscheite Stimmung hinbekommt – aber wird wohl am Stadion liegen :-) Übers Spiel möchte ich nicht allzu viel schreiben, sonst reg ich mich nur noch auf. Jedenfalls gingen wir relativ früh durch Roy Makaay in Führung. Man hätte dann auch noch auf 2 oder 3:0 erhöhen können, die Chancen waren da, aber wurden nicht genutzt. Kurz vor der Pause verwandelte Macelinho einen Foulelfmeter und man einigte sich mal wieder auf eine Punkteteilung. In der zweiten Halbzeit passierte Toremässig nichts mehr. Am Schluss musste man fast noch froh sein, dass wir wenigstens noch einen Punkt nach Hause nehmen konnten.

Nach dem Spiel fuhren wir mit der S-Bahn zurück. Auf der Station wurde seitens der Berliner noch ordentlich gepöbelt. Aber was soll’s, da muss man durch. Ich sag nur: Euer Hass ist unser Stolz. Wegen Bauarbeiten mussten wir von Charlottenburg bis zum Bahnhof Zoo auf einen Bus umsteigen. Einige Berliner sangen im Bus lautstark und hämmerten gegen die Scheiben. Der Busfahrer drohte darauf damit, nicht mehr weiter zu fahren. Er blieb dann auch tatsächlich einige Minuten am Strassenrand stehen. Die Berliner stimmten darauf an zum „werft den Fahrer raus“ singen. Der Fahrer erwiderte über das Bus-Mikro „Versucht es doch, versucht es doch“ und fuhr dann doch weiter. Echt noch ein cooler Typ.

Wieder beim Zoo angekommen schlenderten wir in Richtung Ku’damm. Dort suchten wir noch was gschaits zum Essen. Wir fanden auch ein relativ ansprechendes Restaurant. Doch leider gabs darin nichts zu essen, da sie grad an diesem Tag Neueröffnung feierten. Dafür waren alle Getränke um sonst – auch nicht schlecht. Nach einem Bierchen gingen wir dann halt in eine Imbissbude und assen eine Curry mit Pommes.

Endlich war es nun so weit und wir eilten ins Ku’dorf. Wer es kennt, liebt es. Ich war aber dann doch etwas überrascht dass der Türsteher meinen Ausweis sehen wollte, und fragte ob ich auch schon 18 gewesen sei. Seh ich um Himmelswillen so jung aus? Gut, in meinem Alter ist das ja schon fast wieder ein Kompliment.

Drinnen war noch nicht allzu viel los, war ja auch erst kurz nach acht. Erst einige Hertha- und Bayernfans tanzten um die Wette. Was danach alles geschah, will ich hier jetzt nicht ausführlich erläutern. Aber ich oder Bock erzählten euch gerne mal in einem persönlichen Gespräch davon, mindestens von dem wir noch was wissen :-)

Um etwa 5:30 Uhr verliessen wir das legendäre Ku’dorf dann wieder, da unser ICE nach München um 6 Uhr losfuhr. In diesem machten wir eigentlich nicht viel mehr als eins: SCHLAFEN. In München machten wir uns noch auf den Weg nach Unterhaching zum 2. Liga-Spiel Haching – Aachen. Doch davon mehr im separaten Bericht.

Also ich sag nur eins: Hertha darf auf keinen Fall absteigen, nur schon damit wir diese Reise in der nächsten Saison wiederholen können!!!

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