Am späten Freitag Abend fuhr ich los in Richtung Allgäu. Zum Glück konnte ich dort bei Basti noch einige Stündchen schlafen ehe es los ging in Richtung Hannover. Um 4 Uhr mussten wir dann aber schon aufstehen und wurden dann zum Bahnhof in Kempten gefahren. Von dort fuhren wir dann mit dem ersten Alex nach München. In München deckten wir uns schon mal mit einigen Augustinern ein, denn wir hatten ja eine lange Fahrt vor uns. Nach längerem suchen hatten wir dann endlich die für uns reservierten Plätze gefunden. Wir hatten ja das Glück mit dem Gruppen-Ticket mitfahren zu können. Die Hinfahrt verlief eigentlich recht zügig. Bei einigen Augustinern wurde so über dies und das in der Bayern-Fanszene diskutiert. War teilweise noch ganz interessant. Natürlich sahen wir wieder die üblichen Gesichter im Zug, man fühlt sich ja schon wie zuhause. Um halb zwölf waren wir dann in Hannover. Leider verlief sich alles dann etwas. Basti, Vin und ich beschlossen dann nach einer Currywurst noch einige Low-Budget-Biere in einem Supermarkt zu kaufen und setzten uns dann vor den Bahnhof und genossen noch etwas das sommerliche Wetter.

Danach liefen wir zum Stadion. Dieses ist ja nur eine Viertelstunde Fussweg vom Bahnhof entfernt – eigentlich noch ganz praktisch! Zu unserem erstaunen, war das ehemalige Niedersachsenstadion noch gar nicht ganz fertig gebaut, hier und da wurde noch etwas daran geschliffen – wohl im Hinblick auf die WM. Insbesondere die Zugänge sind schon noch nicht ganz so auf WM-Niveau. Aber das macht ja auch nichts – muss ja nicht immer alles so perfekt sein. Im Stadion drin hatten wir zum Glück Stehplätze. Der Block war schon recht gut gefüllt. Die Stimmung war zu beginn nicht schlecht. Aber da das Spiel eher zum einschlafen als zum Stimmung einheizen verleitete, liess dies dann auch wieder etwas nach. Das spannendste waren noch die Resultate der anderen Stadien.

Nach der Pause wurde das Spiel bzw. die Bayern dann aber immer besser. Und ich ärgerte mich schon grün und blau im Gedanken hier 0:0 zu spielen. Insbesondere als man wusste, dass Stuttgart hinten liegt und Schalke auf unentschieden stand. Aber plötzlich sah ich etwa zwei Reihen unter uns Hofi wie von der Tarantel gestochen herumhüpfen und schreien – und das ganze mit dem Handy am Ohr. Da war mir klar, Schalke verliert. Die Hannoveraner hielten es aber nicht für notwendig, dies an der Anzeigetafel kund zu tun! Kurz vor Spielende, geschah, was dann noch zu einem perfekten Happy-End gehört! Die Bayern schossen das 0:1! Riesenjubel! Und dann ist das Spiel auch schon aus. Vom Schalke-Spiel stand immer noch nichts auf der Anzeigetafel – aber jeder wusste es im Grunde schon, aber man will es halt doch noch schwarz auf weiss sehen! Und dann wurden alle Resultate heruntergelesen (Schalke – HSV natürlich am Schluss). Danach war die Jubel noch grösser als beim Tor! Endlich ein `gscheiter Vorsprung auf die blauen Schalker!

Lange Zeit zum Jubeln hatten wir aber leider nicht, denn der ICE fuhr ja schon bald wieder los. Also machten wir uns wieder auf die Socken zum Bahnhof. Irrgendwie brachten wir unser Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht. Unterwegs versuchten immerwieder einige Hannoveraner mit „Chelsea, Chelsea“-Rufen unsere Stimmung zu trüben. Aber das gelang ihnen bei weitem nicht!

Beim Bahnhof suchten wir nochmals den Kaufhof ein und taten das, was man sich ja nun jeder vorstellen kann. Auf dem Bahnsteig wurde nur noch gesungen. Zwischendurch standen nur noch einige verzweifelte 96er und noch n Paar BGS’ler. Aber friedlich war’s sowieso! Im Zug war erst wieder ein Theater bis jeder mal n Plätzchen hatte, denn es gibt ja Leute, die wissen nicht was „reservierte Plätze“ bedeutet! Aber alle trugen es mit Fassung und spätestens ab Göttingen hatte dann jeder auch ein Platz.

Das war wirklich eine Super-Fahrt! Zugfahrten sind halt einfach das geilste und durch nichts übertreffen! Da erlebt man Sachen wie sonst nirgends auf der Welt.

Als wir wieder im Süden der Republik waren, fand ich sogar noch jemanden, der mich mit nach Meersburg nahm. Dort wartete ich an einer Bar (die zu meinem erstaunen noch geöffnet hattte) auf die nächste Fähre nach Konstanz. Dort pennte ich erst noch etwas im Wartesaal bei der Fähranlegestelle zusammen mit einem Westschweizer und einem Deutschen (also die waren nur im selben Raum am schlafen, nicht das da noch jemand etwas falsch verstehen könnte!). Irgendwann betätigte ich dann mein Handy um die erste Zugsverbindung nach St. Gallen ausfindig zu machen. Da um diese Zeit leider noch kein Bus fuhr musste ich sonst wie zum Bahnhof kommen (ist ein rechtes Stück zu Fuss, bei strömendem Regen). Wir drei Penner (die anderen zwei wollten übrigens nach Spanien) quatschten also einen reich aussehenden Mann an, ob er uns nicht das Taxi zum Bahnhof bezahlt, was dieser dann auch tat. So kam ich grad noch rechtzeitig auf den 6:21-Zug. Und die Mission war so gut wie beendet!

Zum Seitenanfang