Dienstag um 1100 Uhr geht’s los. Die Reise nach Torino steht an. Da Flo, der Bock, Eeeeff schon in bella Italia sind, machen sich der Lorenz, der (K)ast und ich uns auf ins benachbarte Ausland. Lorenz hat da so ne Kiste gemietet, mit VD-Nummernschild (sind wir alle ein bisschen Ananas oder was ? (die die wissen sollten was ich meine, die wissens auch ! Jaaa, kommt schon hin, das ich es sogar noch böser meine, haha)). Wir düsen also los, gabeln irgendwo noch den Ast auf und kurven rauf ins Bündnerland. Unterwegs kriegen wir mit, das der olle San Bernardino mit Wartezeiten auf uns wartet. Da wir aber nicht unendlich Zeit haben, entschliessen wir uns für die (rein distanzmässig sogar

kürzeste) Bergvariante. Einmal quer durch Les Alpes. Von Chur aus gings über den Oberalppass (Schnee oe oe) und dann über den Furkapass (oje oje, wieder Schnee) runter ins Wallis. Irgendwo in Visp hatte der "le Ast" dann da s Bedürfnis, sich halbwegs aufs Autodach zu setzen, während drinnen der gute alte Pavarotti in enormer Lautstärke „O sole mio“ rausquält. Stellen dabei fest, das die Walliser schon ein bisschen weltfremd sind, so wie die uns dabei anschauen. Aber gut, alles klar, man kann ja nicht überall beliebt sein. Durch den Sankt Bernhard geht’s dann nach Italien. Zwischenzeitlich klingelt zum rund 38. Male das Telefon. Und wisst ihr was ? Es war wieder einer der „Jungs aus der Grappagrotte“. Tutschnervös sind sie alle, man hat das Gefühl, sie hätten alle Durchfall (nach einer Portion Atomchilly ?!) und sämtliche Klos Italiens wären besetzt. Nach gut 7 stündiger Fahrt quer durch die Alpen erreichen wir dann die Olympiastadt 2006. Doch doch, hier werden bestimmt tolle Spiele stattfinden, „heimelig“ wie’s hier ist. Aber egal, man ist ja zum Fussball hier. Und Zeit, uns die Stadt anzuschauen, haben wir ja „leider“ keine. Also treffen wir uns mit den 3 Nervöskys vorm Stadion. Flo hat mir noch eine Karte zum Originalpreis beschafft, im Bayernblock. Hätte er eine Karte zum Originalpreis für einen andern Block gekauft, hätte ich ihn wohl mal ein paar Tage bei „betreut wohnen“ einliefern müssen. Aber dazu später mehr. Das Delle’Alpi schaut von aussen ganz gut aus, kann man nichts dagegen sagen. Nach typisch italienischer Sicherheitskontrolle geht’s auch gleich rein in die Kurve. Da erwartet uns erstmal eine grössere Enttäuschung. Ich meine, man weiss ja, was für „Fans“ die alte Frau hat, aber das sie nicht mal ihren Arsch ins Stadion bewegen, wenn der FC Bayern kommt... naja, naja. Ganze 18'000 Zuschauer, bei einem Aufeinandertreffen von 2 Klubs der weltweiten Top10 ! Dann kommt aber sowas wie Weihnachten für uns Bayernfans. Rund um uns herum (jetzt nennen wir Namen, hahaha) wird gezündet und geraucht, eine reine Freude. Uli H. rennt auf die Kurve zu, gestikulieren wild und schimpft wie Anton. Zeitweise sieht man nur noch roten Rauch. ABER: wir distanzieren uns von sämtlichen solchen Tätigkeiten (da es so geil raucht und man schlicht und einfach nicht stehenbleiben kann !!!). Kurz darauf wird angepfiffen und es folgt das, was man sich fast schon als Fussballleihe vorstellen konnte: die wohl beste Abwehrreihe der Welt, taktisch geschult von Maestro Capello, mit grossen Stürmerproblemen gegen den ersatzgeschwächten FCB Sturm mit einer gut stehenden Abwehrreihe. 0:0 also, wenn nichts „schief“ geht. Und ja, so schauts dann auch aus. Die Juve Kurve enttäuscht auf der ganzen Linie. Das Sprichwort „nur Italiener die nix von Fussball verstehen sind Juve-Fans“ scheint nicht allzusehr aus der Luft gegriffen zu sein. Das Spiel selbst überzeugt auch nicht wirklich, und trotzdem kommt es wie es kommen muss: Der Mann, den man die Matte nennt (er lässt wohl nur Wasser und den Enkel des Friseurs von Karel Gott an seine Hauptbehaarung !), nein, dieser Pavel Nedved (Respekt, der Junge kann (leider...) ganz toll Fussball spielen) trifft zum 1:0 für Juve und so bleibt es dann auch. Championsleague wie sichs eingebürgert hat. Zu aller Freude brummt uns die Juve dann auch noch eine Blocksperre von gut 60 Minuten auf. Zudem kommen wir nicht vom Parkplatz weg und geraten auf dem San Bernardino noch in eine halbstündige Warteschlange, da sie, wie auf wichtigen Schweizer Strassen nicht anders zu erwarten, irgendwas am Sanieren sind. „Le Ast“ würde gerne noch ein Feuerwerklein zünden, hier oben im Schnee. Aber ich glaube, Bocks Giraffenschreie und die ewig dauernden Passfahrten quer durch die Schweiz (mit oder ohne Bergpreis) haben ihr übriges getan, so dass niemand mehr wirklich den Körper erheben und aussteigen mag. Gut 2 Stunden vor meiner mittwöchlichen Morgensitzung bin ich dann daheim im Bett.

Arrividerci Torino, falls wir nicht irgendwann im CL-Halbfinale gegen Dich spielen, sehn wir uns nie wieder !

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