Ich war zwar schon einige male in Frankfurt aber noch nie zu einem Fussball-Spiel. Und auch dieses mal hat es mit Karten für das Bayern-Auswärtsspiel nicht geklappt. Aber Stefan, Günther, Franky und ich wollten es dieses mal wissen und fuhren ohne Karten in die Mainmetropole.

Am Samstag um 7 Uhr ging's los - ich hatte mich im avec-Shop am Bahnhof noch mit einem Frühstück in Form eines Sandwitches und einigen Dosen Bier eingedeckt. Danach traf ich Günther auf dem Bahnsteig, wo wir auf den Zug an den Bondensee nach Romanshorn warteten. Endlich mal wieder eine Mission, die mit einer gemütlichen Bodenseeüberfahrt mit der Fähre begann. Auf dem Schiff, Stefan hatte sich in der Zwischenzeit auch zu uns gesellt, bestellten wir

mal unser erstes Bierchen. Ist ja klar bei dieser Hitze. Nach der Bondenseeüberfahrt ging die Reise von Friedrichshafen weiter nach Ulm. Von dort hatten wir zum Glück reservierte Plätze im ICE nach FFM, denn der Zug war, wie immer in Deutschland, gut gefüllt.

Am Frankfurter Hauptbahnhof traffen wir den Franky, der schon etwas früher dort angekommen war. Nach einer kleinen Zwischenverpflegung machten wir uns sofort auf zum Waldstadion. Wir hatten ja noch immer keine Karten. Als wir dort ankamen sah es gar nicht danach aus, als ob wir da noch an Karten kommen könnten. Wir entschlossen uns, uns aufzuteilen, damit wir etwas grössere Chancen haben. Günther und ich gingen auf die eine Seite ums Stadion. Erst war nur Wald und sonst gar nix. Keine Kartenverkäufer oder sowas. Später kamen wir dann zu einem Busparkplatz - naja, das lässt ja schon mal hoffen. Aber nix war. Wir trafen dann auch noch andere Kartensuchende. Unsere Hoffnung, das Spiel im Stadion zu sehen, sank gegen null. Wir wollten aufgeben und uns eine schöne Kneipe suchen, damit wir das Spiel wenigstens am Fernsehen mitverfolgen können. Wir gingen Richtung S-Bahnhof und plötzlich sahen wir einen mit Karten, wir fragten ihn, ob der Karten verkaufen würde, und tatsächlich, er hatte zwei Stück. Zwar in verschiedenen Blöcken, aber Egal. Hauptsache wir haben Karten. Sofort riefen wir Franky und Stefan an. Sie hatten just in diesem Moment auch Karten gefunden. Unsere Stimmung hob sich schlagartig an. Zwar standen wir alle an einem anderen Ort und natürlich mitten unter Frankfurter-Fans (in weiser Voraussicht hatte ich mich neutral gekleidet). Das Spiel war denn die reinste Qual. Man durfte keine Freude zeigen, wenn Bayern einen Freistoss bekam, oder sich eine gute Chance anbahnte. Umso mehr musste man zwangsweise etwas klatschen und sich ein lächeln auf das Maul quälen, als die Hessen den Siegtreffer schossen. Das war wirklich der reinste Horror. Nach dem Spiel ging ich erst mal aufs Klo, schloss mich in einer Kabine ein, und konnte mich mal richtig ärgern!!! Alles andere wäre nicht mehr auszuhalten gewesen. Danach begab ich mich an den Treffpunkt, wo auch schon Günther und Stefan warteten. Franky kam auch sogleich. Nach einigen Minuten "über das Spiel diskutieren" fuhren wir dann mit der S-Bahn wieder in die Innenstadt.

Dort sahen wir uns erst mal die Gegend um den Bahnhof etwas genauer an, und kamen dabei auch schon ganz ordentlich ins Schwitzen - es war auch sehr heiss dort. So dass ein leckeres Pils nur die logische Konsequenz sein konnte. Als wir uns dann wieder etwas gestärkt und erholt hatten, fuhren wir in den Party-Stadtteil Sachsenhausen und besuchten eine gemütliche, urchige Gaststätte. Endlich mal wieder was zwischen den Zähnen und das nicht zu knapp.

Da noch St. Patricks Street Day oder wie der irische Nationalfeiertag auch immer heisst, mussten wir Franky zu liebe noch in eine Irish Pub. Ich bin zwar Gegner dieser "überall-ist-es-gleich"-Pubs und vergnüge mich lieber in landestypischen Lokalen. Aber man ist ja nicht so. Die Party dort war echt nicht so der Hamma, sogar Franky war etwas enttäuscht. Also gingen wir (endlich) in die Disko Oberbayern. Und da ging's dann nach einer kurzen Aufwärmphase so richtig los. Die Pils und die fliegenden Hirschen flossen in Strömen und so machte es auch nichts aus, dass die Frankfurter Fans natürlich ihren Sieg feierten.

Schnell war es dann auch schon 5 Uhr, das lokal Schloss seine Pforten und wir hatten noch 38 Minuten Zeit um an den Bahnhof zu kommen. Also nahmen wir eine Taxe. Günther schüttete dann darin noch sein Bier, dass er hat mitlaufen lassen, aus. Der Fahrer war darüber dann weniger erfreut. Dann begaben wir uns in den ICE nach Offenburg. Mit reichlich Proviant, guter Mucke aus meinem iPod und trotz Niederlage einigermassen guter Stimmung fuhren wir dann über Offenburg und Konstanz zurück nach St. Gallen. Und eine weitere Mission "incredibile" war Geschichte. Aber es war ja bestimmt nicht die letzte.

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